Wettspielordnung des STTB anzeigen
Int. Tischtennisregeln A
(pdf-Format,Stand 2006/07)
Int. Tischtennisregeln B
(pdf-Format,Stand 2006/07)

Erläuterungen zum Frischkleben / Verbot ab September 2008


Der Hauptausschuss des DTTB hat am 12. Juni 2004 verschärfte Regelungen zum Thema Frischkleben beschlossen. Demnach ist das Frischkleben innerhalb umschlossener Räume seit dem 1. Juli 2004 verboten. Dieses Verbot gilt weltweit seit dem 1. September 2006 für den gesamten Bereich der ITTF.  Der DTTB hatte also das Verbot zeitlich vorgezogen.
Ab dem 1. September 2008 dürfen Kleber, die flüchtige, organische Lösungsmittel enthalten, überhaupt nicht mehr verwendet werden.


Neue Tischtennisregeln ab der Saison 2004/2005


Frankfurt.  Die Dringlichkeitsanträge des DTTB-Präsidiums zum Frischkleben wurden mehrheitlich angenommen. Damit gilt ein Frischklebeverbot innerhalb umschlossener Räume bei allen Veranstaltungen ab der kommenden Spielzeit 2004/2005. Der Begriff "umschlossen" wird verwandt, um deutlich zu machen, dass ein offenes Fenster oder eine offene Tür in einem Raum nicht ausreicht, um der Regelung gerecht zu werden. Die so genannten Kleberäume werden damit abgeschafft. Der Weltverband ITTF hatte ein Frischklebeverbot in Räumen mit Wirkung ab 1. September 2006 bereits beschlossen. Auf deutscher Ebene wird dies nun schon früher umgesetzt. Um eine Übergangsphase einzurichten, wird ein Verstoß gegen dieses Verbot erst ab der Spielzeit 2005/2006 geahndet. Ab dann soll bei jedem Verstoß eines Athleten dessen einzelnes Spiel als verloren gewertet werden.

Neue Tischtennisregeln ab der Saison 2002/2003


Frankfurt. Drei Wochen vor Beginn der neuen Saison in Deutschland hat der Tischtennis-Weltverband ITTF den genauen Wortlaut der neuen Aufschlagregel veröffentlicht, die bundesweit ab dem 1. Juli und weltweit ab dem 1. September in Kraft tritt. Das Annual General Meeting (AGM) der Internationalen Tischtennis-Föderation hatte bereits bei den Weltmeisterschaften in Osaka Ende April 2001 die Entschärfung des Aufschlags beschlossen.

Kernpunkt: "Das Verdecken des Balles mit Körper, Arm, Schulter oder Kleidung ist verboten", erklärt der reformfreudige kanadische ITTF-Präsident, Adham Sharara, in dessen Amtszeit schon die Vergrößerung des Balls von 38 auf 40 Millimeter (seit 1. Oktober 2000 weltweit) und die Verkürzung der Sätze von 21 auf elf Punkte gefallen ist (seit 1. September 2001 weltweit).

Rückschläger und Schiedsrichter sollen den Ball während der gesamten Aufschlagphase sehen können. Anhaltspunkt bildet eine gedachte dreieckige Fläche zwischen Ball und den beiden Netzpfosten, oberer Endpunkt ist der Kopf des Aufschlägers. In dieser Fläche darf sich nach dem Hochwerfen des Balls nichts befinden. In der Praxis ändert sich für den Aufschläger in der Hauptsache die Bewegung beim Vorhand-Aufschlag. Der Spieler muss den freien Arm so schnell wie möglich aus dem Weg nehmen, um einen regelgerechten, offenen und sichtbaren Aufschlag auszuführen, heißt es in der Erläuterung des neuen Regeltexts.

Es ist gut, dass die Verdeckung bei der neuen Aufschlagregel wegfällt, sagt DTTB-Cheftrainer Dirk Schimmelpfennig. Ich sehe allerdings die Schwierigkeit für die Schiedsrichter, die Ausführung zu beurteilen. Dazu müssten sie schon auf den Netzpfosten sitzen. Aber ernsthaft: Die Praxis wird zeigen, ob der Aufschlag nach der neuen Regel beurteilungsfähig ist.

Eine bundesweite Schulung der Schiedsrichter bis zum 1. Juli ist nicht möglich.
"Wir werden unsere Schiedsrichter schriftlich informieren", erklärt DTTB-Schiedsrichter-Obmann Erwin Preiß. "In den vergangenen Jahren haben wir mit den Rundschreiben gute Erfahrungen gemacht. Unsere Schiedsrichter sind da sehr gewissenhaft."

Zur Erläuterung hat die ITTF auf ihrer Homepage unter www.ittf.com/service den Wortlaut, eine Power-Point-Präsentation, eine Bildergalerie und Videos veröffentlicht.

Nachfolgend der ab 1. Juli geltende deutsche Regeltext plus Erläuterung:

2.6 Vorschriftsmäßiger Aufschlag

2.6.1 Der Aufschlag beginnt damit, dass der Ball frei auf dem flachen, geöffneten Handteller der ruhig gehaltenen freien Hand des Aufschlägers liegt.

2.6.2 Der Aufschläger wirft dann den Ball, ohne ihm dabei einen Effet zu versetzen, nahezu senkrecht so hoch, dass er nach Verlassen des Handtellers der freien Hand mindestens 16 cm aufsteigt und dann herabfällt, ohne etwas zu berühren, bevor er geschlagen wird.

2.6.3 Wenn der Ball herabfällt, muss der Aufschläger ihn so schlagen, dass er zunächst sein eigenes Spielfeld berührt und dann über die Netzgarnitur oder um sie herum direkt in das Spielfeld des Rückschlägers springt oder es berührt. Im Doppel muss der Ball zuerst die rechte Spielfeldhälfte des Aufschlägers und dann die des Rückschlägers berühren.

2.6.4 Der Ball muss sich vom Beginn des Aufschlags bis er geschlagen wird oberhalb der Ebene der Spielfeldhälfte und hinter der Grundlinie des Aufschlägers befinden und darf  durch keinen Körper- und Kleidungsteil des Aufschlägers oder seines Doppelpartners für den Rückschläger verdeckt werden.
(Anm.: Absicht dieser Regel ist es, dass der Rückschläger den Ball während des gesamten Aufschlagvorganges sehen kann. Der aufschlagende Spieler bzw. das aufschlagende Paar dürfen nichts tun, was den Rückschläger daran hindern könnte, den Ball von dem Zeitpunkt, an dem er die Hand des Aufschlägers verlässt, sowiedie Seite des Schlägers zu sehen, mit der er den Ball schlägt.)

2.6.5 Es liegt in der Verantwortlichkeit des Spielers, so aufzuschlagen, dass der Schiedsrichter oder  der Schiedsrichter-Assistent sehen kann, ob der Aufschlag in allen Punkten der Aufschlagregel entspricht.

2.6.5.1 Falls kein Schiedsrichter-Assistent eingesetzt wurde und der Schiedsrichter Zweifel an der Zulässigkeit eines Aufschlages hat, kann er beim ersten Vorkommnis dieser Art in einem Spiel den Aufschläger verwarnen, ohne dies als Fehler zu werten.

2.6.5.2 Wenn später im selben Spiel aus dem gleichen oder irgendeinem anderen Grund erneut Zweifel an der Zulässigkeit des Aufschlags dieses Spielers oder seines Doppelpartners bestehen, erhält der Rückschläger den Punkt.

2.6.5.3 Verstößt der Aufschläger jedoch eindeutig gegen die Bestimmungen über einen vorschriftsmäßigen Aufschlag, so wird nicht verwarnt, sondern der Rückschläger erhält den Punkt.

2.6.6 In Ausnahmefällen kann der Schiedsrichter die Bestimmungen der Aufschlagsregel lockern, wenn er überzeugt ist, dass ein Spieler sie wegen einer Körperbehinderung nicht einhalten kann.

****************************************************************************
*******************

Die neue Aufschlagregel: Erläuterung und Absicht

Die neue Aufschlagsregel soll eindeutig gefasst und leicht auszulegen sein.
Sie soll den Aufschlag im Tischtennis zu einer OFFENEN Technik machen, die für den Rückschläger jederzeit klar zu erkennen ist.

Alle Internationalen Schiedsrichter werden vom SR/OSR-Komitee der ITTF ein Paket mit detaillierten Anweisungen und Erläuterungen erhalten. Damit soll garantiert werden, dass die Regel einheitlich angewandt und ihr Geist respektiert wird.

In der Zwischenzeit wird die ITTF den Nationalverbänden Erläuterungen zuschicken, in denen die neue Aufschlagregel schriftlich und visuell dargestellt wird.

Um sicherzustellen, dass der Aufschläger die Erfordernisse der neuen Aufschlagsregel erfüllt, hier ein paar Hinweise:

1) Sobald die freie Hand (= die Hand, die den Ball beim Aufschlag hält) und dazugehöriger Arm den Ball hochgeworfen haben, müssen beide unverzüglich zur Seite entfernt werden. Anders ausgedrückt: Der freie Arm darf nicht in dem Bereich zwischen Ball und Rückschläger bleiben; er muss aus der SichtlinieRückschläger-Ball heraus - siehe dazu auch Abbildungen (Powerpoint, Video ,Foto).

2) Der Aufschläger sollte sich einen dreieckigen Bereich vorstellen, der durch den Ball und die beiden Netzpfosten gebildet wird, und diesen Bereich nach oben bis Kopfhöhe ausdehnen. Er muss dann darauf achten, dass kein Teil seines Körpers oder seiner Kleidung in diesen Raum hineinragt (oder darin verbleibt), nachdem er den Ball beim Aufschlag hochwirft. Dadurch wird gewährleistet, dass der Bereich zwischen Ball und Rückschläger frei von irgendwelchen Hindernissen ist, die dem Rückschläger die Sicht verdecken könnten. Auf diese einfache
Weise wird sichergestellt, dass der Aufschlag den Erfordernissen der Regel entspricht.

3) Die Regel erfordert eine leichte Veränderung der gegenwärtigen Aufschläge. Die Spieler müssen lernen, bei Vorhand-Aufschlägen den freien Arm so schnell wie möglich aus dem Weg zu nehmen, um einen regelgerechten, offenen und sichtbaren Aufschlag auszuführen.

Neue Tischtennisregeln ab der Saison 2001/2002

Die geplanten regeländerungen wurden von der Bundeversammlung des DTTB wie erwartet zum 01.08.2001 eingeführt.
Nähere Informationen über die Beschlüsse, Meinungen und Reaktionen findet ihr im Forum.

Hierzu die offizielle Presseinformation des DTTB:
_______________________________________________
P R E S S E - I N F O R M A T I O N  vom 31. Mai 2001
Neue Zaehlweise bis 11: Entscheidung ueber Einfuehrungsdatum faellt am 9./10.Juni in Titisee
 Frankfurt am Main. Der Deutsche Tischtennis-Bund will die am 26. April von der Vollversammlung des Weltverbandes ITTF in Osaka beschlossene Aenderung der Zaehlweise ohne Einschraenkungen zur neuen Saison auf allen Ebenen und fuer saemtliche Spielklassen umsetzen. Der DTTB fuehlt sich, wie das Praesidium bei seiner ersten Sitzung nach den Weltmeisterschaften in Japan  noch einmal feststellte, gemaess seiner Satzung (§4, Abs. 13) zur Einhaltung der international gueltigen Tischtennis-Regeln verpflichtet, die ab dem 1. September 2001 das Satzende nach 11 statt wie bisher 21 Gewinnpunkten festschreiben.
Die Bundeshauptversammlung des DTTB wird sich auf ihrer Sitzung am 9./10. Juni inTitisee allerdings noch mit dem Zeitpunkt der Einfuehrung und der Festlegung der Anzahl der Gewinnsaetze zu befassen haben. DTTB-Praesident Walter Gruendahl: "Es wuerde Sinn machen, die neue Zaehlweise bundesweit so einzufuehren, dass auch jene Ligen, die vor dem 1. September beginnen, sich nicht innerhalb der laufenden Saison umstellen muessen. Deshalb wird das Praesidium der BHV den 1. August als Einfuehrungsdatum vorschlagen. Fuer Mannschafts-Wettkaempfe betrachten wir den Dreisatz-Sieg als geeignet, bei Individualturnieren der Erwachsenen soll auf maximal vier Gewinnsaetze gespielt werden."

 Mit der ueberwaeltigenden Mehrheit von 104:7 Stimmen hatten die Mitgliedsnationen der ITTF in Osaka fuer die Einfuehrung der neuen Regel gestimmt. Der DTTB, Gruendungsmitglied des Weltverbandes von 1926, votierte nach sorgfaeltiger Abwaegung aller Argumente ebenfalls fuer die Aenderung. Walter Gruendahl: "Eine Entscheidung, die wir uns nicht leicht gemacht haben, weil wir um die Sensibilitaet und das Traditionsbewusstsein der Basis wissen.Wir alle sind mit der 21 aufgewachsen, und die Spieler selbst wollen natuerlich am Liebsten nichts veraendern. Als Spitzenverband sind wir aber nicht nur gehalten,Traditionen zu bewahren; wir sind auch verpflichtet, die Weichen fuer die Zukunft unserer Sportart zu stellen. Wir sind ueberzeugt davon, dass sich Tischtennis mit den kuerzeren Saetzen nach einer gewissen Umstellungszeit insgesamt in die richtige Richtung bewegt. Die Zuschauer in der Halle und am Fernseher werden sich an wesentlich mehr Spannungsmomenten und haeufigeren Entscheidungssituationen erfreuen koennen, ausserdem wird die Matchdauer etwas kuerzer und damit kalkulierbarer fuer die Besucher und die Medien." Gruendahl weiter: "Die neue Zaehlweise wird zudem von den nachrueckenden Generationen als modern und zeitgemaess angenommen werden, sie wird interessante taktischeVarianten kreieren, und sie wird langfristig helfen, das zu Unrecht hausbackene Image des Tischtennissports zu korrigieren und neu zu positionieren: Als dynamische und moderne Sportart, die wie kaum eine zweite die Komponenten Athletik, Dramatik, Geschwindigkeit und Spielintelligenz vereint. Die Entscheidung pro kuerzere Saetze war ein Votum fuer die Zukunft des Tischtennissports."

****************************************************************************
 **********************************
Bis 11: Die neue Zaehlweise im Ueberblick
 Die Einfuehrung der neuen Zaehlweise bedingt innerhalb eines Satzes weitere Aenderungen. In der folgenden Uebersicht finden Sie zusammengefasst alle Neuerungen und wichtigen Informationen im Zusammenhang mit der neuen Regel.
 ->Ein Satz endet bei 11 Gewinnpunkten.
 ->Bei 10:10 geht ein Satz in die Verlaengerung, in der man zum Sieg zwei Punkte Vorsprung benoetigt.
 ->Die maximale Anzahl der Saetze in einem Spiel muss ungerade sein.
 ->Das Aufschlagrecht wechselt alle zwei Punkte, nur in der Verlaengerung nach jedem Punkt.
->Im Entscheidungssatz werden beim Erreichen des fuenften Punktes die Seiten gewechselt, wobei dann auch im Doppel der  Rueckschlaeger gewechselt wird.
 ->Die Wechselmethode tritt in Kraft, wenn ein Satz nach 10 Minuten noch nicht beendet ist, es sei denn beide Spieler haben bereits 9 Punkte oder mehr erreicht.
 ->Nach jedem Satz werden die Seiten gewechselt, die Spieler koennen dabei jeweils eine Pause von bis zu einer Minute einlegen.
 ->Die Handtuchunterbrechung kann in jedem Satz nach 6 Punkten genommen werden; dazu noch beim Seitenwechsel im Entscheidungssatz.
 ->Die Regelungen zum Time-Out bleiben wie bisher bestehen (einmal eine Minute pro Spiel).

 Die Anzahl der Gewinnsaetze wird fuer die verschiedenen ITTF-Wettkaempfe noch festgelegt.

  Mannschaftswettkaempfe: Alle Spiele 3 Gewinnsaetze
 Individualwettbewerbe: Einzel:    3 oder 4 Gewinnsaetze (von den Landesverbänden festzulegen)
                                            Doppel: 3 Gewinnsaetze
 

****************************************************************************
 ************************************
 Warum nur noch bis ... ? - 11 Fragen, 11 Antworten !
 Seit der Entscheidung der Generalversammlung des Weltverbandes ITTF in Osaka, kuenftig Saetze bereits beim 11. Gewinnpunkt eines Spielers enden zu lassen, haben das DTTB-Generalsekretariat viele Fragen von Befuerwortern, Kritikern und neutralen Beobachtern erreicht. Die am haeufigsten wiederkehrenden Fragen veroeffentlichen wir an dieser Stelle mit den Antworten aus Sicht des DTTB.

 1. Die 11 loest die 21 ab: Weshalb wurde in Osaka eine neue Zaehlweise beschlossen?
 Tatsache ist, dass Tischtennis als sogenannte Randsportart ein Schattendasein fuehrt. Unser Sport wird in der Oeffentlichkeit mehr als organisiertes Freizeitvergnuegen denn als ernstzunehmender (Hoch-)Leistungssport wahrgenommen. Hand aufs Herz:
 Wer von uns ist nicht schon einmal mitleidig belaechelt worden, wenn er im Freundeskreis erzaehlt hat: Mein Sport ist Tischtennis. Das negative oder
gar fehlende Image betrifft nicht nur wenige Profis, denen die Fernseheinnahmen fehlen, sondern uns alle: So haben wir zum Beispiel in den Vereinen auch deshalb Nachwuchssorgen, weil es vielen Kindern und Jugendlichen einfach nicht attraktiv genug erscheint, Tischtennis zu erlernen. Man kann seine Vorbilder nicht
im Fernsehen bewundern - wenn man sie ueberhaupt kennt. Als Fussballer hingegen ist man sich der Bewunderung seiner Klassenkameraden sicher. Die Entscheidung fuer eine neue Zaehlweise ist Teil eines Reformpaketes des Weltverbandes ITTF, den Praesident Adham Sharara als Drei-Punkte-Plan bezeichnet: Den Auftakt machte nach den Olympischen Spielen die Einfuehrung des 40-Millimeter-Balles, der das Spiel etwas verlangsamt. Im zweiten Schritt erfolgt nun die Aenderung der Zaehlweise, die mehr Spannungsmomente schafft, und in der Saison 2002/2003 soll dann die ebenfalls in Osaka beschlossene neue Aufschlagregel mehr Transparenz fuer Rueckschlaeger und Zuschauer schaffen. Ziel des Reformpaketes ist eine Attraktivitaetssteigerung unseres Sports und damit verbunden eine weltweite Popularitaetssteigerung und Imageverbesserung ueber eine verbesserte und haeufigere Darstellung in den Medien. Shararas Reformen sind kein Allheilmittel, aber ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.

 2. Tischtennis geht bis 21! Millionen Menschen auf der ganzen Welt verknuepfen diese Zahl auf das Engste mit unserem Sport. Warum haben eine Handvoll Funktionaere des DTTB diesem Bruch mit der Tradition zugestimmt?
Zunaechst einmal: Die Regelaenderung wurde in Osaka von den Verbaenden mit 104:7 Stimmen so eindeutig wie kaum eine wichtige Regelaenderung zuvor beschlossen, d.h. fast die gesamte "Tischtennis-Welt" sieht diese Veraenderung als eine Notwendigkeit an! Als Spitzenverband ist der DTTB nicht nur gehalten, Traditionen zu bewahren; wir sind auch verpflichtet, die Weichen fuer die Zukunft unserer Sportart zu stellen. Wir sind ueberzeugt davon, dass sich Tischtennis mit den kuerzeren Saetzen nach einer gewissen Umstellungszeit insgesamt in die richtige Richtung bewegt. Die neue Zaehlweise traegt auch einem Wandel in unserer Gesellschaft Rechnung: Sie wird von den nachrueckenden Generationen als modern und zeitgemaess angenommen werden, sie wird interessante taktische Varianten kreieren und sie wird langfristig helfen, das zu Unrecht hausbackene Image unseres Tischtennissports zu korrigieren und neu zu positionieren: Als dynamische und moderne Sportart, die wie kaum eine zweite die Komponenten Athletik, Dramatik, Geschwindigkeit und Spielintelligenz vereint. Die Entscheidung pro kuerzere Saetze ist ein Votum fuer die Zukunft des Tischtennissports.

 3. Weshalb wurde die Basis nicht informiert oder gar befragt?
Wer den Beschluss als Hals- ueber Kopf-Entscheidung kritisiert, der hat die Diskussionen in der Vergangenheit nicht aufmerksam genug verfolgt. Seit vielen Jahren wird oeffentlich darueber diskutiert, wie wir unseren Sport attraktiver gestalten koennen. Seit Anfang der 90-er Jahre sind dabei auch die kuerzeren Saetze
immer wieder ein Thema, und dies nicht nur hinter verschlossener Tuer der Funktionaere.
Einige Beispiele: Im September 1992 wurde der European Masters Cup in Karlsruhe als Versuch mit Saetzen ab 5:5 gespielt, anschliessend die Spieler und Zuschauer befragt und die Basis ueber das Verbandsorgan "deutscher tischtennis-sport" (dts) aufgerufen, ihre Meinung zu kuerzeren Saetzen mitzuteilen. Im Oktober 1997 ist in einem grossen dts-Interview mit dem DTTB-Vizepraesidenten Eberhard Schoeler die Einrichtung der Arbeitsgruppe der ITTF und die Meinung des DTTB nachzulesen und fuenf Monate spaeter haben in der gleichen Zeitschrift Prominente aus Sport und Industrie verschiedene Modelle fuer eine neue Zaehlweise vorgestellt und diskutiert.
 Im Herbst 2000 wurden die French und die Finnish Open mit Saetzen bis 11 ausgetragen und in der Maerz-Ausgabe des dts wurden die Antraege fuer die Regelaenderungen vorgestellt und von Joerg Rosskopf kommentiert. Alles war stets transparent und schon gar nicht unbekannt. Kritik von der Basis an einer moeglichen Regelaenderung ist trotz der oeffentlichen Diskussion und dem Aufruf zum Meinungsaustausch, wie nach dem Turnier in Karlsruhe, in diesem Zeitraum uebrigens keine laut geworden.

 4. Dient die neue Regel nicht nur einer verschwindend kleinen Gruppe von Spitzenathleten und der Tischtennis-Industrie?
 Nein! Das angestrebte bessere Image und die weltweit hoehere Medienpraesenz dienen der gesamten Sportart. Werden mittel- oder langfristig diese Ziele erreicht, profitieren alle von der Spitze bis zur Basis davon. Die Attraktivitaet und das Ansehen unserer Sportart steigt, Sponsoren werden interessierter, die Mitgliederzahlen stabilisieren sich durch die erhoehte Zuwachsrate an Kindern und Jugendlichen oder steigen sogar. Die Tischtennis-Industrie verdient uebrigens an der Regelaenderung nicht; sie bleibt eher noch zu nicht unerheblichen Bestaenden auf alten Zaehlgeraeten und Spielbloeckensitzen.

 5. Wie koennen alte Zaehlgeraete und Spielbloecke weiterhin genutzt werden?
 Alte Zaehlgeraete koennen weiter benutzt werden. Sie muessen nur bei der Anzahl der Saetze unwesentlich aufgeruestet werden. Das kann ebenso leicht von eigener Hand vorgenommen werden wie die Umgestaltung der Spielbloecke. Bei diesen koennten z.B. zusaetzliche Linien per Hand auf dem Spielberichtsbogen gezogen werden. Denkbar waere auch, anstelle eines kompletten Spielergebnisses von beispielsweise 11:9, 9:11, 12:10, 8:11, 12:14 die verkuerzte Schreibweise
 von 9,-9,10,-8,-12 anzuwenden, um damit Raum zu gewinnen. Nicht praktikabel erscheint es hingegen, Satzergebnisse erst gar nicht zu notieren, denn im Einzelfall koennte am Saisonende das Satz- oder Ballverhaeltnis den Ausschlag ueber eine Platzierung geben. Dauer und Regularien fuer die Uebergangszeit muessen
jedoch noch festgelegt werden.

 6.  Warum wird die neue Zaehlweise so schnell eingefuehrt, praktisch ueber Nacht?
 Fuer diese neue Regel ist keine technische Umstellung erforderlich, so dass sie wesentlich einfacher und schneller als die Umstellungen auf den 40-Millimeter-Ball und die neue Aufschlagregel  in den Spielablauf integriert werden kann.

 7. Warum erfolgt die Einfuehrung der neuen Regel nicht nur fuer den Bereich des Spitzensports?
 Eine Trennung wuerde nur die Uneinheitlichkeit des Spiels foerdern, es wuerden praktisch  zwei verschiedene Sportarten entstehen, bei denen Probleme an den Schnittstellen - bei Auf- und Abstiegen sowie bei Ersatzgestellung - unvermeidbar waeren. Fuer Aussenstehende waere all dies zudem nicht nachvollziehbar, und es waere deshalb absolut kontraproduktiv fuer die Entwicklung des Tischtennisports. Wir muessen im Gegenteil noch weitere Vereinheitlichung in vielen Bereichen anstreben, beispielsweise innerhalb der Mannschaftsspielsysteme. In keiner Sportart gibt es derart viele unterschiedliche Systeme wie bei uns.

 8. Werden die Spiele kuenftig laenger oder kuerzer?
 Wissenschaftliche Untersuchungen - unter anderem an der Technischen Hochschule Aachen - zeigen, dass die Spiele zwar kuerzer werden, bei nahezu gleich> starken Konkurrenten jedoch nur in geringfuegigem Ausmass. Es ist also nicht zu befuerchten, dass Spieler kuenftig bei Mannschaftskaempfen erheblich weniger spielen als bisher. Turniertests, wie zuletzt im Herbst 2000 bei den French und bei den Finnish Open, haben gezeigt, dass Spiele kaum noch "zu null" enden. Auch hier ist fuer einen hoeheren Spannungsmoment bei etwas kuerzerer Gesamtdauer gesorgt.

 9. Wird Tischtennis seinen Charakter verlieren, weil es nun keine richtige Spielentwicklung innerhalb eines Satzes mehr geben wird?
 Der Charakter wird in gar keinem Fall verloren gehen, allenfalls die Spieldramaturgie koennte sich aendern. Die Spielentwicklung wird nun nicht mehr nur innerhalb
 eines Satzes stattfinden, sondern sich ueber Saetze hinweg gestalten. Sie gestaltet sich sogar zum Vorteil, beispielsweise in einem Mannschaftsspiel: Wer frueher in
 einem Satz sehr schnell sehr hoch in Rueckstand geriet, dessen Gegner hatte bei Satzgewinn direkt 50 Prozent der notwendigen Punkte zum Sieg fuer sich verbucht;
 jetzt ist es nur noch ein Drittel. Natuerlich wird die neue Regel auch Aenderungen im taktischen Bereich mit sich bringen, aber nur weil das neu ist, muss es ja nicht schlecht sein. Im Gegenteil: Man kann dies ja auch als Reiz, als Herausforderung fuer das eigene Spiel betrachten.

 10. Wenn alle zwei Punkte Aufschlagwechsel ist, kann ich mich als Rueckschlaeger nicht mehr auf das Service meines Gegners einstellen. Wird sich zudem durch
die haeufigeren Stress-Situationen und die erhoehte Bedeutung jeden einzelnen Punktes die Qualitaet der Spiele nicht verschlechtern?
 Die Erfahrung bei den Test-Turnieren weist genau das Gegenteil aus: Die Qualitaet der Spiele war besser. Ausserdem: Da jetzt mehr Saetze gespielt werden, bleibt kuenftig noch fast genauso viel Zeit fuer einen kontrollierten Spielaufbau wie bisher, auch fuer das "Lesen" des gegnerischen Aufschlags. Aber es entstehen fraglos mehr Entscheidungs- und Spannungsmomente - fuer den Zuschauer wie natuerlich auch fuer den Spieler.

 11. Werden durch die kurzen Saetze und das Reformpaket der ITTF viele Spieler dem Tischtennissport den Ruecken kehren?
 Wer mit Freude und Begeisterung Tischtennis spielt und mit seinem Herzen bei der Sache ist, der wird unserem Sport erhalten bleiben. Denn Tischtennis verliert
 durch die Aenderungen weder seinen Charakter noch wird es unattraktiver -im Gegenteil. Wir werden jedoch damit leben muessen, dass der eine oder andere sich vielleicht mit der Umstellung schwer tun mag. Aber wir werden auch durch die Neuerungen und die Steigerung der Attraktivitaet mehr Nachwuchs und neue Freunde fuer unsere Sportart gewinnen. Wir wuenschen uns jedoch, dass auch die heutigen Kritiker zumindest eine ganze Weile versuchen, die Aenderungen als Herausforderung und neuen Reiz anzunehmen.
______________________________________________

Eure Kommentare zur neuen Regelung könnt ihr gerne ins Forum schreiben!

Neue Tischtennisregeln ab der Saison 2000/2001

Eine Veranstaltung zur Regelkunde mit dem Kreisschiedsrichterobmann Paul-Werner Maier fand am 25.09.2000 statt.

 
Neue Regelung
Schlägerwechsel
Der Schlägerwechsel während des Spiels ist nicht erlaubt. Eine Ausnahme gilt, wenn der Schläger versehentlich im Spiel so beschädigt wurde, dass er nicht mehr spielbar ist (z.B. Treffen der Tischkante beim Topspin). 
Auszeit
Einmal pro Spiel hat ein Spieler/Doppel die Möglichkeit, eine maximal einminütige Auszeit zu nehmen, die auch zur Beratung genutzt werden kann. Die Auszeit wird wie in anderen Sportarten üblich durch die T-förmig gekreuzten Hände angezeigt und kann nur angezeigt werden, wenn das Spiel unterbrochen ist (also nicht während des Ballwechsels).
Einzelspielbetrieb: Der Spieler oder der benannte Betreuer können die Auszeit anzeigen.
Mannschaftsspiele: Der Spieler oder der Mannschaftsführer/Betreuer können die Auszeit anzeigen.
Zeitspiel
Erreichen beide Spieler in einem Satz den 19. Punkt und wird danach die maximale Zeitdauer eines Satzes von 15 min überschritten, so wird der Satz normal zu Ende gespielt. Die folgenden Sätze werden allerdings von Beginn an als Zeitspiel gespielt.

Zum Anzeigen der kompletten Tischtennisregeln A+B im pdf-Format muss der Acrobat Reader auf ihrem Rechner installiert sein!
Am besten die Regeln mit der rechten Maustaste anklicken und dann Verknüpfung speichern unter... wählen und auf Festplatte speichern, da die Ladezeit ansonsten recht lange ist!


zurück zur Hauptseite
zurück zur Hauptseite
Wettspielordnung des STTB anzeigen
Int. Tischtennisregeln A
(pdf-Format,Stand 2006/07)
Int. Tischtennisregeln B
(pdf-Format,Stand 2006/07)
Mail sendenWollen Sie eine Mail an den TTV Niederlinxweiler senden? Einfach auf den Briefkasten klicken!
letzte Änderung: